Rastlos, ruhelos Backpackerlife.
(heute gibts mal wieder 2 Tage in einem 15. & 16.05.)

Nach einem wunderschönen Tag in Phang Nha geht es schon wieder weiter.
Rastlos wie oben schon geschrieben ist denke ich der beste Ausdruck. Man sieht viel man erlebt unglaublich viel, lernt tolle Menschen und Orte kennen, kommt in Kontakt zu Einheimischen und lernt das Land so richtig kennen aber man kommt nie wirklich an. Das ist für mich wohl der einzige Wermutstropfen. Aber ich will alles sehen und erleben daher ist Rasten nicht drin.

Um 5 Uhr sitzen wir schon wieder auf unseren Scootern und preschen gen Norden. Eiskalt ist die Luft heute morgen und mir laufen die Tränen vor lauter heftigem Wind übers Gesicht. Unser Weg fürt uns heute nach Ninh Binh. Ein Zwischenstop for Ha Long Bay bzw. Cat Ba einem der wohl schönsten Orte Vietnams. 500 km liegen vor uns… Ein Distanz die wir nach unserer haarsträubenden letzten 530 km Tour nicht mehr auf uns nehmen wollten. Allerdings sind die Straßen hier oben wesentlich besser und wir wollen keine Zeit verschwenden.
Also auf auf. Mit knapp 80 Sachen heizen wir durch Serpentinen und Dörfer überholen ein Auto nach dem anderen, weichen Suizid gefährdeten Kühen aus, verwüsten perfekt ausgebreitetes Heu auf den Straßen, vergraulen Raststätten Besitzer da wir ihre Preise nicht bezahlen wollen, bereuen das wir doch wieder so weit gefahren sind, jammern klagen aber sind froh hier zu sein!
Ninh Binh kommt immer näher.

Die Fahrten zwischen den Stops sind für mich wie Zeit zur Besinnung .. Was hat man erlebt, was hat man vermisst, wo will man hin und wo kommt man her. Jeder Tag Trennung von zu Hause Familie, Frau, Freunde schmerzt ein bisschen mehr. Knapp 14.000 Kilometer haben ich jetzt schon zurück gelegt um das alles hier zu erleben und habe noch lange nicht alles gesehen. Es ist eine Erfahrung die formt und eine Erfahrung die prägt. Back to the Roots! Auf alles verzichten was einem lieb ist und einfach nur leben.

100 km vor Ende unseres heutigen Tracks fallen mir auf der Fahrt fast die Augen zu…Anhalten… Nach einem Red Bull und 300g Schockolade klatscht mir der Wind aber schon wieder ins Gesicht (diesmal mit offenen Augen).
Unsere Stops werden gegen Ende häufiger da jede Fahrt aufs neue den Schmerzfaktor nach oben treibt. Ob mein Hintern je wieder in seine normale Form und Farbe zurückkehren wird… Mal schauen was Claudia dazu sagt 😉

Der letzte Part besteht mal wieder aus Schlaglöchern und Hügelpiste und Google entscheidet sich uns “MAL WIEDER” etwas im Wirrwarr Asiens herumzuführen.
Die weite die das Land hier oben bietet ist Atemberaubend. Reis,- und Teefelder so weit das Auge reicht. Es duftet nach warmem und teils sogar frisch gemähtem Gras so wie sich das im Sommer gehört. Wir haben uns beschlossen nicht mehr auf dem Highway zu fahren sondern sind durchs Landesinnere auf der Ho Chi Minh Straße unterwegs. Kaum Verkehr bedeutet doch eine etwas höhere Lebenswahrscheinlichkeit 😀 Ich denke so oft wie auf den Highways Vietnams bin ich dem Tot noch nicht knapp von der Schippe gesprungen. Mordlustige LKW und Busfahrer werden wohl nie meine Freunde werden… Das merken wir auch als wir das letzte Stück durch das Verkehrschaos Ninh Binh´s heizen.
Diese unablässige gehupe geht mir mittlerweile unglaublich auf den Sender… Wenn es hilfreich ist ja aber BITTE LASS HIRN REGNEN nicht wenn ein einziger Roller am Straßenrand steht. Man kann hier wirklich zum Gewalttäter werden :D.

Nach 11 Stunden kommen wir entnervt in unserem Hotel an. Dezenter bruchbau mit dem Scharm eines 50ger Jahre Hotels. Wie immer 😀 Das Wasser sprudelt aus allen Ecken des WC´s wenn man spühlt, die Dusche ist genau über selbigem und wir haben ein offenes Fenster ins Treppenhaus was die Klimaanlage im WC so gut wie unwirksam macht. Aber… So sind wir das hier gewohnt und so muss das sein! Was wär das für ein feeling wenn man hier in einem perfekten 5 Sterne hotel nach deutschen Standard hausen würde… Ist eh nur zum schlafen! Denken wir zumindest.

Als wir (16.05.) aufstehen… Grau Wolken… Regen… No way!!! Unsere Tagestrips liegen erst mal auf eis, Rollerfahren bei diesem Wetter nein Danke! Und das schlimmste, der Wetterbericht zeigt für die folgende Tage keine wirkliche Besserung.

Also ab zurück ins Bett… könnt schlimmer kommen 😀
Um 12 Uhr hat es aufgehört zu regnen und wir können los! Nachdem uns Google Maps mal wieder durch die Pampa gescheucht hat und unser Schlaglochcounter in die Höhe geschossen ist kommen wir etwas durchgeschüttelt am Hang Mua Viewpoint an. Eine 400 stufen lange Treppe wird uns an einen der besten Aussichtspunkte Ninh Bins führen. Aber erst mal müssen diese bestiegen werden… Die Luftfeuchtigkeit beträgt mal wieder 100% in meinen Augen und es drückt unabdinglich… Hinter mir muss die Anlage wohl erst mal den Ticketverkauf einstellen, da mein Schweissfluss wohl Sturzfluten auf der Treppe auslösen muss 😀 Diese Stufen sind aber auch nicht normal… teilweise Kniehoch und in unterschiedlichen Abständen und Höhen… Der Anblick der einen oben erwartet entschädigt dann für alles! Reisfelder so weiter das Auge reicht, ein wunderschöner Fluss schlängelt sich hindurch und überall diese kleinen Berge… ein Traum. Man kann sich kaum sattsehen an diesem Anblick. Allerdings wollen wir noch eine runde auf diesem tollen Fluss drehen 🙂

Also nach 20 Minuten staunen und Fotosmachen gehts wieder nach unten (was sich fast als genauso anstrengend heraus stellt….).
Unten angekommen schwingen wir uns direkt auf die Roller (keine Zeit zu vergäuden der Vormittag ist eh schon drauf gegangen :D). Next stop Ninh Binh Boat Tour!

Dort angekommen lassen wir erst mal eine bekloppte Gruppe Chinesen den Vortritt und fahren selbst 30 Minuten später ab. Unser Bot wird von einer alten Omi gesteuert… Ich glaube wir haben mit ihr nicht gerade den besten Außenbordmotor erwischt 😀 Immer wieder werden wir überholt und die gute Dame stöhnt leise vor sich hin… Der Anblick des Flusses wie er sich zwischen den Bergen und Reisfeldern hindurchwindet ist wirklich atemberaubend (vom Aussichtspunkt schon genial aber so mitten drin nochmal einen Ticken schöner). 2 Stunden später und eine halbtote Oma auf unserm Blechboot zurücklassend gehts zurück .

Noch schnell unsere Roller zum Service und dann ESSEN. Die Roller… Wir sollten sie um 19 Uhr abholen.. es wurde 19:20 Uhr da wird ja nun schon fast Vietnamesen sind und es auch sonst keinen Sinn macht pünktlich zu sein :D. Aber diese Vietnamesen nehmen es wohl gründlich genau mit der Zeit. Werkstatt zu! Keine ROLLER! 😀 Unser Plan um 5 Uhr am Morgen direkt weiter zu fahren hat sich damit wohl erledigt..

Egal dann heißt es erst mal länger schlafen und dann Roller holen 😉

I am Gone

 

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